Pflanzen: Rankender Mauerwein (Wilder Rankwein, Jungfernrebe)

Sven Taraba (fassadengruen) 23.10 2006 am 11:26:48
Thema: Pflanzen / Schling / Kletterpflanzen
Jungfernrebe

Jungfernrebe

Parthenocissus inserta (vitacea) Dieser Wein gleicht dem Fünflappigen Wilden Wein wie ein Ei dem anderen, ist aber kein Selbstklimmer und eröffnet neue Perspektiven in der Hausbegrünung. Er bildet fast nie die oft lästigen Haftorgane aus und ist somit wie der Echte Traubenwein eine auf Unterstützung angewiesene Spalierpflanze.


Die botanische Zuordnung und Bezeichnung sind wohl noch umstritten. Beschrieben wird die Art u. a. von Harri Günther im dendrologischen Führer "Gehölze in den Gärten von Sanssouci", worauf sich auch die hier vorliegende Beschreibung stützt.

Als Unterscheidungsmerkmal werden die grünen Jungtriebe genannt, im Gegensatz zu den eher rötlichen der verwandten Arten und die Form der Ranken.

Als niedriger Kletterstrauch in den Wäldern des östlichen Nordamerika beheimatet.

Ansprüche

vollsonniger bis (halb-)schattiger Standort, bei Sonne bessere Laubfärbung im Herbst

Wuchs und Blätter

Starker Wuchs, jährlicher Triebzuwachs besonders bei bei Jungpflanzen ca. 1 - 3 Meter, auch gern schleppenartig überhängend. Grüne Jungtriebe, schöne Blattformen! Die Art klettert mit einfach gegabelten Ranken und fast völlig ohne Haftscheiben. Nur gelegentlich, in starkem Schatten werden 1 - 2 Haftscheiben an den Enden der Ranken gebildet.

Die glänzenden, absolut gesunden Blätter haften von Mai bis Oktober.

Blüte und Frucht

Den unscheinbaren, grüngelben Blüten im Frühsommer folgen tief blaue Beeren an dekorativ roten Stielen. Sie sind beliebte Vogelnahrung mit stark färbenden Kot im Gefolge.

Rankhilfen

Die Pflanze kann an nahezu allen Arten von Stäben, Gittern und Seilen klettern. Für Systeme aus Draht und Seil nutzen Sie bitte die umfangreiche Übersicht weiter unten. Der Wandabstand (Seil zu Wand) spielt eine untergeordnete Rolle, es genügen meist Abstandshalter mit 2 cm, besser aber 4 - 5 cm, die für mittlere Lasten ausgelegt sind (Gruppe 2). Drahtseildurchmesser dann 3 mm.

Bei sehr hoch angelegten Rankhilfen ist 4 mm Seil mit entsprechenden schweren Haltern (WM 12XX3, WM 12XX1) zu bevorzugen.

Schnitt

Sommer- und Winterschnitt nur bei Bedarf, um dem Wuchs Einhalt zu gebieten. Die Pflanzen nehmen willig jede Schnittform an. Günstig ist ein Zapfenschnitt ähnlich wie bei Weinreben.

Bemerkungen

Alle hier aufgeführten deutschen Bezeichnungen sind nur als Arbeitsnamen zu verstehen. Die Art wird neuerdings wegen einer früheren Fehlbestimmung als P. vitacea bezeichnet, allerdings hat sich dies in Deutschland bisher nicht durchgesetzt.

Allgemein ist die Pflanze ziemlich unbekannt, im Handel ist die Art quasi nicht oder wenn, dann unter der nicht präzisen Bezeichnung "P. quinqefolia (Engelmannii)" zu finden. Erfahrungsgemäß sind ca. 1/3 der unter diesen Namen gehandelten Pflanzen tatsächlich Exemplare von P. inserta. Als "Trojaner" der anderen Fünflappigen Weine sorgen sie so mitunter für Unmut, wenn sie als "Selbstklimmer" gekauft wurden und das erhoffte "Festkleben" an der Wand unterbleibt. An den meist noch sichtbaren, verdorrten Vorjahres-Ranken lässt sich der Unterschied erkennen: Sind diese ohne jegliche Haftscheiben oder Spuren derselben, handelt es sich meist um P. inserta.

Der Wert der Art liegt darin, dass sie durch die erzwungene Führung an Rankhilfen quasi kaum Bauschäden wie anderen Wilden Weine verursachen kann.

Weimar / Thüringen: Diese beiden Exemplare wachsen als reine Spalierpflanzen an einem Lattengerüst.

Weimar / Thüringen: Diese beiden Exemplare wachsen als reine Spalierpflanzen an einem Lattengerüst.

Jungfernrebe

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Sven Taraba von FassadenGrün
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