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Rosen - Arten und Klassen...Geschichte und Entwicklung...

Geschrieben von roselover 14.10 2006 am 12:53:12 (177621 Leser)

Viele Zierpflanzen und Obstgehölze wie Äpfel, Birnen, Quitten, Kirschen und auch unsere Erdbeeren gehören zu den Rosengewächsen (Rosaceae). Die Gattung Rosa, das sind die Rosen, um die es hier geht. Alle sind aus den Wildrosen entstanden.

Rosen - Arten und Klassen, Geschichte und Entwicklung

Rosen - Arten und Klassen, Geschichte und Entwicklung


Durch die Feldzüge Alexanders des Großen und die Ausbreitung der Römer kamen viele Wildsorten aus Asien nach Europa und vermischten sich mit den einheimischen Rosen. Alba-, Gallica-, Damaszener- und Rubiginosa-Rosen soll es schon um 1200 gegeben haben. Das sind die ersten sog. Alten Rosen, besser noch Historische Rosen genannt.

Der bedeutendste Schritt nach vorn gelang erst ende des 18. Jh. mit der Entdeckung der Rosa chinensis in China. Sie eröffnete neue Züchterperspektiven mit ihren Farben und ihrer Fähigkeit, nachzublühen.

Die geschlechtliche Bedeutung der Staubbeutel und Narben in der Rosenblüte war zwar schon im 17. Jh. bekannt, aber manuelle "Nachhilfe" begann erst anfang des 19. Jh., als Amateurzüchter in Frankreich mit gezielten Züchtungsprogrammen erfreuliche Ergebnisse erzielten. Vorher hatte man optimistisch einfach zwei in voller Blüte stehende Elternrosen in einen gemeinsamen Topf gepflanzt.

Es entstanden Rosen-Gruppen wie Bourbon-, Noisette-, Portland-Rosen, die nach dem Ort ihrer Entstehung benannt wurden, aber auch die sog. R. centifolia, die "Hundertblätterige" aus Holland, mit großer Petalendichte, oder die Moosrosen.

Die intensive Züchter- und Auslesearbeit an den Bourbonrosen ergab schließlich die Gruppe der Remontantrosen, die schon deutlich besser nachblühen.

Die großblütigen Kreuzungsprodukte, an denen zwei nach Tee duftende Chinarosen und Rosa gigantea beteiligt waren, wurden Teerosen genannt. Als 1867 "La France" erschien, wurde für diese eigenständige Rosengruppe der Sammelbegriff Teehybriden geprägt. Meine Großeltern und Eltern nannten sie schon "Edelrosen".

Alle Rosen-Entwicklungen und Rosenzüchtungen vor diesem Jahr gelten heute als Historische oder Alte Rosen. Demnach sind alle Züchtungen, die danach kamen, Moderne Rosen, in die aber immer häufiger wieder Wildrosen eingekreuzt werden, um für unsere Breiten klima- und krankheitsresistente Sorten zu züchten.

Um bessere Übersicht über die weltweit ca. 30 000 benannten Modernen Rosen zu behalten, ordnet man sie bestimmten Rosen-Klassen zu,
deren Grenzen oft fließend sind. Das EUROPA-ROSARIUM ordnet seine ca. 8.300 verschiedenen Rosen-SORTEN in 40 Rosen-KLASSEN. Das sind Wuchs- und Eigenschaftsgruppen, die dem Rosenfreund das bessere Kennenlernen der gewünschten Rosen vor ihrer Verwendung ermöglichen.

"Rose rot" oder "Rose weiß", wie in manchen Gartencentern üblich, sind keine charakterisierenden Bezeichnugen! Sie allein führen mit Sicherheit zur Enttäuschung.

Die Edelrose oder Teehybride ist die Königin der Blumen. Auf langem Blütenstiel tront elegant eine große, gut gefüllte Blüte. Die Pflanze wird 60 -120 cm groß, öfterblühend von Juni bis Oktober.

Sog. "Englische Rosen" sind große Sträucher eines bestimmten englischen Züchters, mit duftenden, gut gefüllten Blüten, die durch Rückkreuzungen von Teehybriden mit historischen Rosen entstanden sind. Gute Hauptblüte, weniger Nachblüte, große, kräftige Sträucher, meist 120 bis 180 cm hoch, oft bogig überhängend, so daß beim Pflanzen auch die angegebene Wuchsbreite beachtet werden muß.

Zwergrosen sind zierliche, vielzweigige, ca 30 cm groß werdende stachelige Rosenwinzlinge, meist übersät mit einer Unmenge winziger, einfacher oder gefüllter Blütchen in allen Farben mit Pimpinelifolien ähnlichen Blättchen.

Kletterosen sind eigentlich steiftriebige, hoch hinaus wachsende Solitärsträucher, die in der Natur umgebende Sträucher und Bäume benutzen, um an das Licht zu gelangen. Ohne diese Umgebung kriechen sie flach am Boden liegend, oft mit dem Bewuchs verfilzt, viele Meter weit. Sie können, je nach Einkreuzungen, in vielblütigen Büscheln oder auch großblumig blühen.

Weich- und dünntriebige Rank- und Kletterosen sind die sog. Rambler-Rosen, die aus Rosa wichuraiana und Rosa. multiflora hervorgegangen sind. Außer "New Dawn" mit rel. großer Blüte und öfterblühend, blühen sie meist nur einmal, aber dafür sehr lange und in unglaublicher Fülle. Sie eignen sich zur vertikalen Begrünung und sind an Pergola und Spalier leicht zu führen.

Die Gruppe Beetrosen faßt die Polyantha-und Floribunda-Rosen zusammen Polyantha ("Die Vielblütige") gibt es seit 1875. Wir alle kennen auch heute noch "The Fairy" des Züchters Bentall , der "The Fairy" bereits 1932 gezüchtet hat.

Floribunda-Rosen entstanden aus der Kreuzung von Teehybriden mit Rosa multiflora, einer Wildrose mit großen Dolden voll kleiner Blüten. Das ergab einen üppig blühenden, kleinblütigen Busch. Bei Weiterzüchtung dieser Art entwickelte sich das gleiche Farbspektrum wie bei den Teehybriden. Damit wuchs auch die Größe der Blüten, und diese Art wurde oft umbenannt.. In USA wird sie oft "Grandiflora" genannt. Beetrosen sind oft Dauerblüher. Diese Rosengruppe ist also vielzweigig und hat dichte Blütenbüschel. Sie wird
Beet- und Flächen deckend gepflanzt und erreicht die Höhe 40-80 cm. Sie ist leicht zu pflegen, weil die Beete aufgrund des Habitus der Pflanze leicht begehbar sind.

Bodendecker sind m.E. "Miniclimber", die oft (öffentliches Grün!) eingesetzt werden, um Flächen und Böschungen schnell zuwuchern zu lassen, in der Hoffnung, man brauche daran nicht zu arbeiten ! Solche Flächen sehen nach wenigen Jahren ungepflegt bis verkommen aus; es sei denn, man fährt mit dem Auto dran vorbei.

Strauchrosen wachsen aufrecht mit leichtem Überhang. Sie sind zur Solitär- oder Gruppenpflanzung geeignet und werden ca. 150 - 250 cm groß.

Einmal blühende Strauchrosen nannte man früher Parkrosen. Moderne Strauchrosen sind z.Bsp. die starkwüchsigen Moschata-Hybriden mit den schönen, duftenden Blüten.

Auch die Englischen Rosen sind Strauchrosen.

Stacheln (nicht Dornen!) können bei einigen Rosensorten völlig fehlen. Rosen, die von R. pimpinellifolia oder R. rugosa abstammen, bilden an den Zweigen einen dichten nadeligen Borstenbesatz. Mit flügelartige Stacheln aller Größen können uns Teehybriden und Beetrosen ärgern.

Auch die Blätter unserer Rosen sagen manches über ihre Abstammung aus. Floribunda und Teehybriden haben meist fünf Fiederblättchen. Rambler, von R. wichuraiana und R. multiflora abstammend, können sieben Fiederblättchen haben. Auch anderes, oft farnartig wirkendes Rosenlaub mit bis zu 15 Blättchen (R. pimpinellifolia), weist auf seine Herkunft aus Asien hin.


Rosen - Arten und Klassen, Geschichte und Entwicklung

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Horst Hilscher, ROSELOVER
Bremen, Deutschland
www.roselover.de
Foto: Hana Vymazalova
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