
Dupontii
Nicht nur unsere einheimischen Wildrosen, sondern auch europäische sowie aussereuropäische Wildrosen und ihre Abkömmlinge wurden, zwar eher bescheiden, seit jeher im Garten- und Landschaftsbau verwendet. Da bislang die verschiedenen Möglichkeiten und Vorzüge, die diese wilden Schönheiten bieten, aus gärtnerischer Sicht noch viel zu wenig bekannt waren, herrschte doch dem Zeitgeist unterworfen, lange Zeit eine besondere Vorliebe für Rosenklassen mit grossen, gefüllten Blüten. Gärten sind zudem nicht nur der Mode unterworfen, sie wechseln Ihr Gesicht auch mit dem Geschmack und den Kenntnissen des jeweiligen Besitzers.
Nur wenige Liebhaber, meist Botaniker oder Sammler konnten sich bis anhin für Wildrosen und ihre Abkömmlinge im gärtnerischen Bereich begeistern. In Anbetracht des wachsenden Umweltbewusstseins zeigen wir ein verstärktes Verlangen nach naturnahen Gärten, nicht nur mit dem Gedanken ein Stück Natur für sich zu ergattern, sondern auch dieses mit wenig Aufwand zu pflegen. Hoffen wir daher, dass in zukünftigen Gärten vermehrt Wildrosenarten mit ihren Abkömmlingen Zugang finden, die mit ihrer grossen Vielfalt was Wuchs, Blütenfarben, Duft, Laub und Fruchtvarietäten anbelangt, weltweit vertreten sind. Besonders ihre Anspruchslosigkeit, Winterhärte und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten können sicher wesentlich dazu beitragen, nicht nur unser ökologisches Umfeld zu bereichern, sondern auch dessen Bedingungen zu verbessern.
Im Gegensatz zu Beet- und öfterblühenden Strauchrosen blühen Wildrosen und ihre Abkömmlinge meist nur einmal Ende Mai, Anfang Juni, jedoch oft mit einer solch immensen Blütenfülle, die eben nur einmalblühende Rosen hervorzubringen scheinen. Anstatt einer zweiten Blüte im Herbst zeigen die meisten gegen Ende des Sommers eine oft reiche Fülle an Hagebutten, die ganz sicher den ausgebliebenen zweiten Flor wettmachen und dessen Schönheit sich oftmals bis weit in den Winter hinein zeigt. Für Vögel und andere Kleintiere wie Igel, Nager, u.s.w. ist dies zudem eine willkommene Nahrungsquelle in der kalten Jahreszeit.
Wie unsere einheimischen Wildrosen lassen sich auch diese Rosen in Siedlungsgebieten vielseitig einsetzen. Auch sie eignen sich vorzüglich für jegliche Art von öffentlichem Grün, wie Parkanlagen, Schulanlagen, Friedhöfen sowie für die Bepflanzung von Autobahnböschungen und Verkehrskreisel.
Wie schon erwähnt, eignen sie sich besonders gut für naturnahe Gärten, freistehend oder in Form von Wildobsthecken aber auch kombiniert mit Sträuchern, Stauden sowie ein- und zweijährigen Sommerblumen.
Die meisten Arten blühen am 'alten Holz', also an den mehrjährigen Trieben. Was den Schnitt angeht, so wird nur totes Holz entfernt. Nach ca. fünf Jahren lichtet man den Strauch etwas aus, das heisst, es werden nur die ältesten Triebe an der Basis entfernt.
Von vielen Wildarten gibt es auch interessante Abkömmlinge welche, was Wuchsform, Blütenfarbe, Blütenfülle und auch Hagebuttenformen angeht von ausgesprochener Attraktivität sind.
Weitere Informationen finden Sie in den Artikeln:
Rosa multibracteata, Rosa x dupontii, Rosa hugonis, Rosa moyesii, Rosa nitida, Rosa richardii, Rosa sericea und Rosa virginiana.




